Entwicklung des Aktienmarktes

Als ,,ein Prädikatsjahrgang für Aktiensparer’’ bezeichnet Fondsmanager und Capital-Kolumnist Dr. Christoph Bruns das Jahr 2017. Kein Wunder: Der Tech DAX verzeichnete ein Plus von 40 %, 18 Punkte mehr gab’s im MDAX und auch der DAX legte überzeugende 12,5 % zu. Sparer, die in zinsbasierte Produkte investiert haben, wie das traditionelle Sparbuch und das Festgeldkonto, mussten sich hingegen mit einer geringen Rendite zufriedengeben. 

Bulle und Bär

Dauerniedrigzinsphase

Wir befinden uns aktuell in einer Dauerniedrigzinsphase und so hat in "Aktienmuffel"-Deutschland nur jeder Sechste vom zurzeit boomenden Aktienmarkt hierzulande profitiert. Immerhin: Tendenz steigend. Erstmals gibt es 2017 wieder genauso viele Aktionäre und Aktienfondsbesitzer wie vor der letzten Finanzkrise. Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn oder den US-Amerikanern ist der Aktienanteil am Geldvermögen der Deutschen mit aktuell 7,3 % aber immer noch gering – zu gering, schreibt die Fachpresse. 

Zu Unrecht?

Mit Aktien verbinden viele Deutsche Krisen, Crashs und Unsicherheit. Zahlreiche kennen Freunde oder Familienmitglieder, die aufgebracht und enttäuscht vom Börsengang der Telekom 1996 berichten oder berichtet haben. Erst gab es satte Gewinne, dann den Absturz der sogenannten Volksaktie, als die Dotcom-Blase im Jahr 2000 platzte. Das hat für viel Aufregung bei den euphorischen Neuanlegern gesorgt und deren Vertrauen in Aktienanlagen nachhaltig zerstört. 

Niederländische Gewürzhändler

Es waren niederländische Gewürzhändler, die auf Basis des lukrativen Geschäfts mit Gewürzen aus Indonesien mit anderen Händlern 1602 zur „Vereenigde Oost-Indische Compagnie" (V. O. C.) fusionierten und die erste Aktie am unternehmenseigenen Kontor in Amsterdam ausgaben – dem ersten Börsenplatz der Welt. 1698 folgte die Börsengründung in London. 1792 entstand die New York Stock Exchange: Die Börse an der Wall Street ist bis heute die wohl bedeutendste der Welt. Die USA hatten sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Zentrum des wirtschaftlichen und industriellen Fortschritts etabliert. Die Börse boomte. Auch Kleinanleger spekulierten. Bis am 24. Oktober 1929 die Kurse einbrachen. Der Schwarze Donnerstag beendete die Ära der Goldenen Zwanziger. Die lange Geschichte der Aktien und Börsen geht weiter. Es folgten die große Depression der 1930er Jahre, weitere Krisen, Kriege, neue Blasen –  mal Hausse, mal Baisse. 

Aber jetzt kommt’s

Die Investition in Aktien zahlte sich bislang in der Regel trotz aller Risiken langfristig aus. Durchschnittlich 5,2 % Jahresrendite erzielten weltweite Aktienanlagen seit 1900. Das zeigt eine gemeinsame Jahrhundertstudie der London Business School und der Bank Credit Swiss. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) bestätigt die Gewinne auch für deutsche Aktien: In einem Anlagezeitraum von 1995 – 2017 wurden durchschnittlich 8,3 % jährlich erzielt.

 

Also:

Mit einer Aktie oder einem Aktienfonds kaufst du Anteile an einem Unternehmen. Unternehmen sind erfolgreich, wenn sie Gewinne erzielen. Mit der Zeit können Unternehmen wertvoller werden, denn sie sind gewöhnlich für die Motoren einer wachsenden Weltwirtschaft – und zwar vor, während und auch nach Krisen. Als Beispiel nehmen wir die USA. Sie sind zurzeit weltweit die Volkswirtschaft N°1 und deren Dow-Jones-Index ist der älteste Aktienindex der Welt. Er bildet die 30 erfolgreichsten Unternehmen der USA ab. In der unten stehenden Grafik zeigen wir dir exemplarisch anhand eines Dollars, wie sich dieser seit 1905 entwickelt hat und das trotz zweier Weltkriege, zahlreicher Krisen und 9/11*:

* Bitte beachte, dass der Dow Jones als Aktienindex die Wirtschaftsentwicklung eines Marktes symbolisiert. Es handelt sich dabei nicht um ein Anlageprodukt.

** bei einer angenommenen Dividendenausschüttung zum 1.Januar eines jeden Jahres in Höhe von 2,5 % (nicht wieder angelegt) in Summe rund 651 (485 $ + 166 $ Dividendenausschüttung). Auswertungszeitraum 1. Januar 1905 bis 1. Januar 2018
Eigene Darstellung, Datenquelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS), Datenstand 31.01.2018.
Hinweis: Beim Dow Jones Industrial Average (PR) handelt es sich um einen Kursindex, d. h. exkl. etwaiger Dividenden.

Überzeugend, oder?

Wenn du nicht auf das schnelle Geld, sondern trotz aller Risiken auf den nachhaltigen Vermögensaufbau abzielst, könntest du mit monatlichen Beträgen kontinuierlich in den Aktienmarkt investieren. Eine komfortable und breite Streuung bieten dir dabei Aktienfonds. Kurz- und mittelfristige Schwankungen sind normal und niemand garantiert dir Gewinne, aber als junger Mensch solltest du ausreichend Zeit haben, das Auf und Ab im Depot wieder auszugleichen. Lass dein Geld für dich arbeiten, unsere Nachbarn zeigen bereits, wie es geht. Dadurch landen Länder wie die Schweiz oder Niederlande weit vor Deutschland beim durchschnittlichen Geldvermögen pro Kopf. Deine Generation schlägt bereits einen anderen Weg ein, denn jeder Dritte im Alter von 25 bis 34 Jahren besitzt Aktien und Aktienfonds, investiert in Sparpläne und ETFs. Jüngere trauen sich eine Investition in Wertpapiere vor allem wegen Unwissenheit nicht zu, besagt eine aktuelle Umfrage.