Berufsunfähigkeit: Was du vom Staat erwarten kannst

Sicher hast du schon einmal gehört, wie wichtig es ist, deine Arbeitskraft abzusichern. Aber warum ist das eigentlich so? Wir zeigen dir, warum du dich beim Thema Einkommenssicherung nicht auf andere verlassen, sondern selbst die Initiative ergreifen solltest.

Auch wenn niemand gerne darüber nachdenkt, kann es doch jedem passieren: Ein Unfall beim Sport oder im Straßenverkehr, eine schlimme Krankheit oder zu viel Stress im Job – und von heute auf morgen droht der Verlust der Arbeitskraft. Laut Statistik wird jeder Vierte im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Leider kann sich davor keiner zu hundert Prozent schützen – allerdings vor den
finanziellen Folgen.

Quelle Grafik: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/510/umfrage/einstufung-in-arm-und-reich-fuer-singles-und-paare/

Wer zahlt dein Gehalt im Krankheitsfall?

Als Arbeitnehmer hast du im Fall einer unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Fortzahlung deines Arbeitsentgeltes bis zur Dauer von 42 Tagen. So weit, so gut. Doch wie geht es für dich weiter, falls du länger ausfällst? Wenn du dir beim Sport zum Beispiel eine komplizierte Knochenfraktur zugezogen hast, dir der Stress bei der Arbeit auf die Psyche geschlagen ist und es zu einem Burnout kommt, oder… – unterm Strich: Wenn du über die Dauer der Lohnfortzahlung hinaus nicht arbeitsfähig bist? 

Zunächst springt die Krankenkasse ein.

Dann erhältst du in der Regel erst einmal Krankengeld, welches rund 75 Prozent deines Nettoeinkommens beträgt und von deiner Krankenkasse übernommen wird. Dir entsteht als Arbeitsnehmer somit nach sechs Wochen die erste Versorgungslücke von etwa 25 Prozent deines Nettoeinkommens. Das Krankengeld wird dir unter Anrechnung der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber für maximal 72 Wochen gezahlt.

Und wenn du berufsunfähig wirst?

Achtung: Wenn du ab 1961 geboren bist, gibt es für dich keine gesetzliche Versicherung mehr gegen Berufsunfähigkeit, sondern nur noch gegen Erwerbsunfähigkeit.  Ein entscheidender Unterschied, denn damit ist nicht nur interessant, ob du in deinem aktuellen Beruf nicht mehr arbeiten kannst. Sondern es geht darum, was du theoretisch auch in einem ganz anderen Beruf noch machen könntest. Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung erhältst du nur dann, wenn deine gesundheitlichen Probleme so stark sind, dass du keiner beruflichen Tätigkeit mehr als sechs Stunden nachgehen kannst. Wenn du also zum Beispiel nicht mehr als Fitnesstrainer arbeiten kannst, weil du körperlich eingeschränkt bist, aber immer noch sitzend Bürotätigkeiten übernehmen kannst, bekommst du von der Deutschen Rentenversicherung keine Erwerbsminderungsrente. 

Nun bist du erwerbsunfähig – Mit wie viel Geld kannst du rechnen?

Bei Fortbestehen deiner gesundheitlichen Einschränkung ist entscheidend, wie lange du (irgend-)eine Berufstätigkeit ausführen kannst. Ist deine tägliche Arbeitsfähigkeit  auf weniger als sechs Stunden gesunken, wird dir eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gezahlt. Kannst du nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten, erhältst du die volle Erwerbsminderungsrente. Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung betrug diese im Jahr 2015 übrigens im Durchschnitt 735 Euro im Monat. Würde dir dieser Betrag zum Leben ausreichen?

Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Um die Erwerbsminderungsrente zu erhalten, musst du die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen, d.h. fünf Jahre versichert sein. Darüber hinaus musst du in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 36 Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung entrichtet haben. Nähere Informationen zu den
Voraussetzungen findest du auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung.

Fazit

Ob Erwerbsminderungsrente oder nicht – mit dem Verlust deiner Arbeitskraft wirst du dich finanziell stark einschränken müssen. Unsere Empfehlung lautet daher: Beschäftige dich mit diesem Thema und kümmere dich zeitnah um eine individuell zu dir passende private Zusatzabsicherung. Diese kann dir im Fall der Fälle zumindest deine finanziellen Sorgen abnehmen und dir deinen gewohnten Lebensstandard sichern.

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