Vermögensaufbau strategisch angehen

Teil 1: Ausdauer bewahren

Wer seinen Vermögensaufbau strategisch angeht, kann gelassen in die Zukunft blicken. Der erste wichtige Schritt ist hierbei Ausdauer zu bewahren. 

Deadline and time is money concept with hourglass and US coins currency. sandglass.

Fotos: cmjjack/istock/gettyimages.de

Anleger brauchen zumeist einen langen Atem

Wer an der Börse heute einsteigt und ein paar Tage später wieder verkauft, kann zwar ordentliche Gewinne einfahren, aber auch jede Menge Geld verlieren: 6 Prozent rauf, 5 Prozent runter – das ist als Wochenbilanz des DAX nicht untypisch. Langfristig gleichen sich Schwankungen aber in der Regel aus und das Risiko, sein Anlageziel zu verfehlen, nimmt dann ab. Der DAX hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten durchschnittlich rund 7 Prozent pro Jahr an Wert gewonnen. 

Doch wie stehen die Chancen, dass Aktien weiterhin langfristig steigen?

„Tendenziell trotz der natürlich auch bestehenden Risiken gut und der Grund dafür ist relativ simpel: Die Weltwirtschaft ist in der Vergangenheit gewachsen und wird sich voraussichtlich auch zukünftig positiv entwickeln. Denn das Wirtschaftswachstum speist sich unter anderem aus den Gewinnsteigerungen von Unternehmen, was wiederum zu steigenden Aktienkursen führen kann. Daneben werden wahrscheinlich auch Trends wie der digitale Wandel oder künstliche Intelligenz für Wachstum sorgen“,  sagt Marc Sperling, Investmentspezialist bei Swiss Life Deutschland. 

Durchhaltevermögen zahlt sich in der Regel aus

Franz-Josef Leven, stellvertretender Leiter des Deutschen Aktieninstituts (DAI), wirbt für langfristige Anlagestrategien: „Aktien laufen zwar nicht jedes Jahr gut, aber man sollte konsequent dabeibleiben.“* Er empfiehlt, Papiere mindestens zehn Jahre zu halten, um die gewünschte Rendite zu erzielen. Der Ratschlag gilt im Grundsatz auch für Besitzer von Fonds mit Aktienanteilen, bei denen fondsabhängig Profis einen Blick auf die Kursentwicklung haben und immer wieder das Portfolio anpassen. Vor allem der Zinseszinseffekt spielt geduldigen Anlegern in die Karten: Wer 1.000 Euro in Aktien investiert, deren Wert in einem Jahr um 10 Prozent zulegt, besitzt danach auf dem Papier 1.100 Euro.

Steigt nun der Kurs im Folgejahr noch einmal um 10 Prozent, wird nicht nur der ursprüngliche Einsatz verzinst, sondern die gesamten 1.100 Euro. Über 30 Jahre werden bei einer jährlichen Wertsteigerung von 10 % so aus 1.000 Euro ohne weiteres Zutun 17.450 Euro – im Schnitt hat der Anleger also jedes Jahr fast 550 Euro dazuverdient. Auch wenn Aktieninvestments nicht direkt Zinsen abwerfen, funktioniert der Zinseszinseffekt mit der Wertentwicklung genauso.

Durchhaltevermögen zahlt sich gerade in Zeiten aus, in denen die Kurse ins Taumeln geraten. „Eine grobe Faustregel besagt, dass der Wiederaufstieg stets zwei- bis dreimal so lange dauert wie der Fall“, sagt Leven*. Nach Finanzkrisen, bei denen auch die DAX-Werte in Mitleidenschaft gezogen worden waren, dauerte es in der Regel zwischen zwei und sieben Jahre, bis die Kurse wieder das alte Niveau erreichten – im Rest Europas und in den USA war das nicht viel anders.

* Zitat vom 23.08.2018

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