Wenn die Inflation die Zinsen frisst

Die Teuerungsrate in Deutschland ist weiterhin auf hohem Niveau. Diese Entwicklung sorgt bei Anlegern für Unruhe – denn die Zinsen bleiben weiterhin niedrig. Mit den passenden Anlageprodukten können Investoren der Inflation aber trotzen.

Pacman istt Münzen

Wer wissen will, was Geldentwertung bedeutet, sollte nach Venezuela reisen.

Da herrscht Hyperinflation: So lag die Inflationsrate im April bei rund 13.800 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon ist Deutschland weit entfernt. Dennoch ist die Inflation im Juli auf 2 Prozent (Vergleich Juli 2017: 1,7 Prozent) gestiegen. Anleger sind besorgt: Während die Preise anziehen, verharren die Zinsen auf niedrigem Niveau. Wer sein Geld festverzinslich angelegt hat, erleidet bei zunehmender Inflation reale Verluste. Eine passende Anlagestrategie kann diese Gefahr verringern.
„Eine klare Prognose zur Inflationsentwicklung lässt sich nicht treffen“, sagt Felix Müller, Direktor Produktmanagement Investment bei Swiss Life Deutschland. Nahrungsmittel kosten zurzeit 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zudem wird die deutsche Wirtschaft dieses Jahr wohl um 2,2 Prozent wachsen. Kräftige Lohnsteigerungen sind zwar nicht in Sicht. Dennoch dürfte die Inflation mittel- bis langfristig anziehen.

Die EZB muss die Situation in 19 Ländern im Blick haben. Deutschland trägt etwa ein Drittel zur Preisentwicklung der Eurozone bei. Seit Beginn der Finanzkrise hat die Notenbank den Leitzins auf 0 Prozent gesenkt. „Sinn der Niedrigzinsen und des Inflationsziels ist, die Schulden der europäischen Staaten abzubauen“, sagt Müller. Viele legen ihr Geld konservativ an, horten es auf dem Sparbuch, auf Tages- oder Festgeldkonten. Das drückt auf die Rendite: Zum einen erhalten sie fast keine Zinsen für ihr Erspartes. Zum anderen verliert ihr Geld durch die Inflation an Wert, die Kaufkraft sinkt.

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, zu reagieren. „Grundsätzlich eignen sich Investitionen in Sachwerte – also Aktien, Aktienfonds und Immobilien – als Mittel gegen die Inflation“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „In jedem Fall empfiehlt sich eine breite Streuung über unterschiedliche Anlageklassen und Laufzeiten.“ Um sich beim Kauf von Aktien breit aufzustellen, eignen sich Investmentfonds. „Den obligatorischen Notgroschen sollten Anleger auf dem Tagesgeldkonto behalten. Aber im aktuellen Umfeld geht es nicht ohne Aktien“, sagt Müller. Sogenannte Mischfonds oder fondsgebundene Vermögensverwaltungen eignen sich für die meisten Anleger: Je nach Risikoneigung und Zeithorizont können Käufer Produkte mit hohem, ausgewogenem oder niedrigem Aktienanteil wählen. Und Immobilien: Sie können im Optimalfall, je nach Objekt, regelmäßige Erträge abwerfen und möglicherweise gute Renditen erzielen.

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