Ausschüttungen aus Investmentfonds – wie du von regelmäßigen Erträgen profitieren kannst
Stell dir vor, dein Geld arbeitet für dich – und erzielt regelmäßig Erträge für dein Konto. Ausschüttende Fonds können genau das möglich machen: Ob fürs Streaming-Abo, die Altersvorsorge oder deine finanzielle Freiheit – mit dem richtigen Mix aus Aktien- und Rentenfonds – kannst du ein weiteres Einkommen generieren. Wir zeigen dir Chancen und Risiken ausschüttender Fonds auf und geben Tipps, wie du das für dich passende Portfolio zusammenstellst.
Das Wichtigste in Kürze zu ausschüttenden Fonds
- Ausschüttende Fonds können dir zusätzliche Einnahmen verschaffen und damit dein Gehalt ergänzen.
- Die Ausschüttungen kannst du frei ausgeben oder reinvestieren – ganz, wie es zu deiner jeweiligen Lebenssituation passt.
- Wichtig ist das für dich passende Portfolio: Es sollte deiner Risikobereitschaft entsprechen, Auszahlungsfrequenzen geschickt kombinieren und dir helfen, Steuern zu sparen.
Inhaltsverzeichnis
Was sind ausschüttende Fonds?
Ausschüttende Fonds sind Investmentfonds, die bei einem positiven Verlauf erwirtschaftete Erträge wie Dividenden oder Zinsen regelmäßig – meist jährlich – direkt an dich als Anlegerin oder Anleger auszahlen. Diese Auszahlungen reduzieren den Fondsanteilswert um den entsprechenden Betrag, stehen dir aber frei zur Verfügung für Konsum, Reinvestition oder andere Zwecke.
Im Gegensatz zu thesaurierenden Fonds, die erwirtschaftete Erträge automatisch reinvestieren, können ausschüttende Fonds somit greifbare Liquidität in allen Anlageklassen wie Aktien- oder Rentenfonds bieten.
Wie du Ausschüttungen verwenden kannst
Ausschüttungen aus Investmentfonds – egal, ob aktiv gemanagt oder ETFs – lassen sich flexibel und strategisch geschickt auf verschiedene Weisen nutzen. Während der Vermögensaufbau häufig über Sparpläne erfolgt, stellt sich bei bereits aufgebautem Kapital die Frage, wie laufende Erträge sinnvoll eingesetzt werden können.
- Komplett auszahlen lassen: Ausschüttungen können dir zunächst ganz einfach als Zusatzeinkommen und damit als Ergänzung zum Gehalt dienen.
- Vollständig reinvestieren: Du kannst die Erträge wieder anlegen, um dein bestehendes Vermögen weiter aufzubauen. Das kann im selben Fonds erfolgen oder gezielt in andere Anlagen umgeschichtet werden. Oft werden die Erträge aus ausschüttenden Fonds ohnehin automatisch reinvestiert, sofern du dem nicht ausdrücklich widersprichst.
- Teils auszahlen lassen, teils reinvestieren: Teile der Ausschüttungen lassen sich für die Aufstockung deines Einkommens nutzen und der Rest für Reinvestitionen. So hast du von beidem etwas: heute mehr Geld auf der Hand und in der Zukunft weiteren Profit aus dem Zinseszinseffekt.
Die psychologische Auswirkung ist nicht zu unterschätzen: Wenn etwas an dich zurückfließt, während dein Geld für dich arbeitet, hast du ein Erfolgserlebnis. Und das gibt dir die Bestätigung, dass du mit der Investition in einen Fonds die richtige Entscheidung getroffen hast – selbst, wenn die Erträge mal ausbleiben, nicht ganz so hoch ausfallen oder der Kurs schwankt.
Ordentliche und außerordentliche Erträge bei ausschüttenden Fonds
Was sind ordentliche Erträge?
Ordentliche Erträge umfassen die laufenden Einnahmen einer Fondstranche wie Dividenden aus Aktien und Zinsen aus Anleihen. Diese Erträge können – abhängig von Marktentwicklung und Anlagepolitik des Fonds – die Grundlage für Ausschüttungen bilden, sind jedoch in ihrer Höhe nicht garantiert und können Schwankungen unterliegen. Hintergrund ist, dass ein Fonds häufig in mehreren Tranchen angeboten wird, die sich unter anderem darin unterscheiden können, ob Erträge ausgeschüttet oder wiederangelegt werden. Im Folgenden ist daher mit „ausschüttenden Fonds“ stets die entsprechende ausschüttende Tranche gemeint. Diese Erträge werden häufig jährlich oder halbjährlich ausgeschüttet, bei manchen Tranchen auch quartalsweise oder gar monatlich, abhängig von der jeweiligen Fondsrichtlinie.
Die Fondsrichtlinie findest du in den offiziellen Fondsunterlagen, etwa im PRIIPs-Basisinformationsblatt. Dass es sich um eine ausschüttende Tranche handelt, kannst du manchmal bereits im Fondstitel am „d“ oder „dis“ als Abkürzung für das englische „distribution“ erkennen. Auch diese Information findest du im Basisinformationsblatt.
Was sind außerordentliche Erträge?
Außerordentliche Erträge entstehen bei ausschüttenden Fonds durch unregelmäßige, einmalige Ereignisse wie Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren im Fondsportfolio oder wenn Anleihen früher als geplant zurückgezahlt werden.
Im Gegensatz zu den planbaren ordentlichen Erträgen hängen außerordentliche Erträge von Fondsentscheidungen ab – z. B. wenn das Management Bestände im Fondsportfolio (sogenannte Assets) verkauft, um Liquidität zu schaffen. Das ist zum Beispiel dann nötig, wenn Anlegende ihr Geld auszahlen lassen wollen und deshalb ihre Fondsanteile zurückgeben.
Wie werden die Erträge ausgeschüttet?
In der Regel werden Erträge je nach Fonds jährlich, halb-, vierteljährlich oder monatlich ausgezahlt.
Dabei überweist die Depotplattform – ein spezialisierter Finanzdienstleister, der als neutraler Dienstleister zwischen Fondsgesellschaft und Anlegenden agiert – die Erträge netto nach Steuern direkt auf dein Konto. Der Fondsanteilswert sinkt um den Ausschüttungsbetrag, was den Kurs anpasst, ohne dass Anteile verkauft werden müssen.
Wie häufig ein Fonds bei einem positiven Verlauf ausschüttet, beeinflusst deine Liquiditätsplanung:
- Jährliche Auszahlungen bieten einen größeren Zinseszinseffekt, da das Brutto-Geld länger arbeitet.
- Quartalsweise oder monatliche Ausschüttungen reduzieren den Zinseszinseffekt, da das Brutto-Geld früher versteuert wird.
Je nach deiner Zielsetzung und deinen Bedürfnissen kannst du bei der Planung deines Portfolios also berücksichtigen, ob dir jährliche Auszahlungen reichen, ob du lieber auf kürzere Auszahlungsfrequenzen setzt oder ob du beide Möglichkeiten miteinander kombinierst. Voraussetzung für Erträge ist jedoch stets ein positiver Verlauf deiner Kapitalanlage.
Ertragsquellen nach Fondsart
Je nach Art des ausschüttenden Fonds und dessen Performance lassen sich unterschiedliche Einnahmen erzielen:
- Aktienfonds: Sie beziehen ihre Ausschüttungen hauptsächlich aus Dividenden (z. B. aus Dividendenfonds). Diese variieren je nach Erfolg des Fonds, der Region, Branche und Unternehmenspolitik. Europäische und US-amerikanische Unternehmen gelten oft als besonders dividendenstark.
- Rentenfonds: Hier sollen Zinszahlungen (Kupons) aus Anleihen fließen. Die Höhe hängt von Erfolg, Bonität, Laufzeit und Zinsumfeld ab. Rentenfonds sind eher stabil, sie liefern in der Regel recht planbare, wenn auch moderate Erträge.
- Mischfonds: Sie kombinieren verschiedene Anlageklassen. Das kann Ertragsschwankungen ausgleichen und schafft eine harmonische Mischung.
- Alternative Strategien: Hierzu zählen Fonds mit Rohstoff-, Infrastruktur- oder Private-Equity-Komponenten, die zusätzliche Einkommensquellen eröffnen können– meist mit höheren Schwankungen.
Wichtige Hinweise zu Chancen und Risiken von Investmentfonds
Je nach Fondsart ergeben sich unterschiedliche Chancen und Risiken. So können Ausschüttungen in ihrer Höhe variieren und im ungünstigsten Fall auch vollständig ausbleiben. Ein Anspruch auf konstante Ausschüttungen besteht nicht. Unabhängig davon, ob Erträge ausgeschüttet oder thesauriert (wiederangelegt) werden, können die Kurse von Fondsanteilen schwanken. Daher ist es wichtig, dass deine Geldanlage zu deinen persönlichen Zielen, deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont passt.
Lass dich von unseren Fachleuten individuell beraten. Gemeinsam entwickeln wir eine Anlagestrategie, die auf deine persönliche Situation abgestimmt ist.
Die Mischung macht’s – für ein ausgewogenes Portfolio
In einem Fondsportfolio kannst du die verschiedenen Fondsarten so kombinieren, wie sie für deine Zwecke, Ziele und Risikobereitschaft am besten passen. Stelle dir zum besseren Verständnis einmal die Einnahmen eines Waschsalons vor, der von unterschiedlicher Kundschaft besucht wird.
- Ausschüttende Aktienfonds sind wie die Münzen direkt aus den Waschmaschinen: Mal regnet es Kleingeld (gute Quartale mit hohen Dividenden), mal kommt kaum etwas dabei heraus (schwache Marktphasen) – potenziell hoch, aber schwankend und manchmal kommt gar keine Kundschaft zum Waschen.
- Rentenfonds sind dagegen wie Stammkundinnen und Stammkunden, die regelmäßig in den Waschsalon kommen: Die Einnahmen sind insgesamt stabiler und besser planbar, aber nicht jeden Freitag identisch. Mal wäscht jemand weniger, mal fällt ein Besuch aus – so wie auch Zinszahlungen und Ausschüttungen variieren können.
Das Ergebnis: Dein Waschsalon kann ganzjährig Geld abwerfen, egal ob unter der Woche, an einem Feiertag oder in der Ferienzeit. Die Mischung aus spontanen Münzen (ausschüttende Fonds) und Stammkundschaft (Rentenfonds) kann für zusätzliches Einkommen bei jedem Wetter sorgen.
Wichtig zu verstehen: Der Gesamtwert deines Waschsalons, wenn du ihn verkaufen würdest, schwankt je nach Marktlage – genau wie die Kurse der enthaltenen Fonds, die unabhängig von den laufenden Einnahmen mal steigen und mal fallen können. Auch eine Insolvenz muss eingeplant werden, die zu einem Totalverlust führen kann. Ähnlich einem Totalverlust des eigenen Portfolios.
Income-Fonds und erweiterte Strategien
Fonds, welche auf die oben genannten Ausschüttungen besonders großen Wert in ihrer Anlagestrategie legen, werden Income-Fonds genannt. Dazu gehören z. B. auch Dividendenaktienfonds. Sie sind eine interessante Möglichkeit, wenn du zusätzlich zu deinem Gehalt weiteres Einkommen (Income) beziehen möchtest.
Was sind Income-Fonds?
Income-Fonds können dir als Anlegerin oder Anleger einen wiederkehrenden Einkommensstrom bieten, der oft monatlich oder vierteljährlich fließt. Income-Fonds investieren meist in verschiedene Anlageklassen wie Dividendenaktien und Anleihen, um Erträge durch Zinsen oder Dividenden zu generieren.
Was bedeutet „Covered Call Writing“ bei Income-Fonds?
Covered Call Writing ist eine besondere Strategie mancher Income-Fonds: Dabei verkauft der Fonds Kaufoptionen (Calls) auf seine Aktienbestände. Diese Verkäufe bringen Stillhalterprämien ein, die als zusätzliches Einkommen an die Anlegerinnen und Anleger ausgeschüttet werden. Mit dieser Methode sichert sich der Fonds eine Prämie für den Verzicht auf hohe Kursgewinne über einen bestimmten Ausübungspreis (Strike). Das begrenzt die Aufwärtspotenziale der Aktien, erhöht aber in der Regel die laufenden Erträge – ein Kompromiss zwischen Rendite und Risiko.
Schwer zu verstehen? Lass es uns mit Apfelbäumen und Äpfeln durchspielen:
Stell dir vor, du hast einen Apfelgarten und jemand sagt zu dir: „Ich zahle dir heute eine Gebühr dafür, dass ich im Herbst deine Äpfel zum festen Preis XY (Strike) kaufen darf – aber ich muss nicht kaufen und du darfst die Prämie auf jeden Fall behalten.“ Diese Gebühr ist deine Stillhalteprämie.
Nun hast du zwei mögliche Szenarien:
- Fall 1: Im Herbst sind Äpfel auf dem Markt billig, weil die Ernte überall reichlich ausgefallen ist. Deine Käuferin oder dein Käufer nutzt ihr bzw. sein Recht nicht, weil die Äpfel anderswo günstiger zu bekommen sind. Du behältst deine Äpfel und die Prämie – du hast also zusätzlich verdient.
- Fall 2: Die Ernte ist schlecht, die Äpfel sind knapp und teuer. Jetzt kauft deine Käuferin bzw. dein Käufer deine Äpfel zum vereinbarten, günstigeren Preis. Du verdienst zwar weniger als am freien Markt, hast aber die Prämie bereits sicher.
So tauschst du etwas von deinem möglichen Zusatzgewinn gegen eine sofortige, planbare Einnahme. Genau das tun Fonds bei einer Covered-Call-Strategie: Sie verkaufen Kaufoptionen (Calls) auf ihre Aktienbestände und erhalten dafür Prämien – ein kleiner, regelmäßiger, jedoch in der Höhe nicht kalkulierbarer Zusatzertrag, der die Ausschüttung für Anlegende erhöht.
Die Chancen dieser Optionsstrategien liegen in stabileren und höheren Ausschüttungen. Die Grenzen sind die verpassten höheren Kursgewinne, wenn der Aktienmarkt stark ansteigt. Zudem erfordern Optionsgeschäfte ein erfahrenes Fondsmanagement, um Timing und Risiken angemessen zu steuern und in verschiedenen Marktphasen bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
Die Rolle des Fondsmanagements ist deshalb zentral: Aktives Management und Marktbeobachtung ermöglichen die Anpassung der Portfoliozusammensetzung und der Strategie, um sowohl Ausschüttungen zu optimieren als auch Risiken unter Kontrolle zu halten.
Sicherheit vs. Rendite: das Spannungsfeld der Ertragsquellen
Jede Ertragsquelle besitzt spezifische Eigenschaften, die von stabilen bis zu stärker chancen- und risikoorientierten Ausprägungen reichen. Zinsen aus Rentenfonds stammen in der Regel aus Zinszahlungen der enthaltenen Anleihen und gelten häufig als vergleichsweise stabil, unterliegen jedoch Schwankungen durch Zinsänderungen und Entwicklungen an den Kapitalmärkten.
Dividenden aus Aktienfonds variieren stärker mit Unternehmensgewinnen und -verlusten, während Optionsprämien aus Income-Fonds zwar attraktiv sind, aber von der Entwicklung an der Börse (Marktlage) und der Volatilität (also der Art, wie heftig die Kurse auf- und abspringen) abhängen können.
Als Anlegerin oder Anleger findest du die passenden ausschüttenden Fonds, indem du dir unter anderem deine Risikobereitschaft genauer anschaust:
- Sicherheitsorientierte bevorzugen häufig Rentenfonds, da die daraus resultierenden Zinszahlungen vergleichsweise planbar sind – auch wenn die Weltwirtschaft schwankt.
- Wer höhere Rendite sucht, mischt Dividendenaktien (die mal richtig „sprudeln“, mal enttäuschen) und Optionsprämien (attraktiv, aber marktabhängig) dazu.
Gefragt ist also der individuelle Mix zwischen Beständigkeit für den Alltag und Potenzial für den Vermögensaufbau. Letzteres gilt besonders, falls du dich dafür entscheidest, deine Erträge ganz oder teilweise zu reinvestieren, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
Welche Fondsarten die richtigen für dich sind, hängt von deinen persönlichen Zielen, deiner Risikobereitschaft, dem verfügbaren Kapital und deinem individuellen Umgang mit Schwankungen ab. Lass dich am besten von Profis beraten – gemeinsam findet ihr die richtigen ausschüttenden Fonds, die in dein individuelles Portfolio passen.
Die steuerliche Behandlung von Ausschüttungen aus Fonds
Ausschüttungen aus Investmentfonds werden in Deutschland grundsätzlich mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. In Summe ergibt sich daraus meist eine Steuerbelastung von etwa 26,4 bis 28,0 %. Die Depotplattform führt die Steuer in der Regel direkt ab, sodass Anlegende die Ausschüttung bereits nach Steuern erhalten.
Eine wichtige Besonderheit ist die sogenannte Teilfreistellung: Je nach Fondsart bleibt ein Teil der Erträge steuerfrei. Bei Aktienfonds sind beispielsweise 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienanteil 15 %. Dadurch reduziert sich die tatsächliche Steuerbelastung entsprechend.
Wenn du dir ein eigenes Fondsportfolio zusammenstellst, könntest du überlegen, ob Investmentfonds mit Teilfreistellung nicht zumindest darin enthalten sein sollten, denn mit ihnen kannst du schlicht Geld sparen.
Fazit: Ausschüttende Fonds als Teil einer nachhaltigen, planbaren Investmentstrategie
Ausschüttende Fonds können ein Baustein für die Nutzung deines Vermögens sein: Ihr Ziel ist es, regelmäßige Ausschüttungen zu erwirtschaften – wobei Erträge nicht garantiert und Wertschwankungen möglich sind.
Für dein persönliches Fondsportfolio kommt es darauf an, die für dich genau richtigen risikoreichen oder risikoarmen Fonds zu finden. Auch die Frequenz der Auszahlung ist eine Überlegung wert, um nicht unnötig auf Vermögenszuwachs durch den Zinseszins zu verzichten. Nicht zuletzt spielt auch die Besteuerung der Erträge eine Rolle.
Die Beraterinnen und Berater von tecis stellen gerne gemeinsam mit dir das für dich optimale Portfolio zusammen.
Häufige Fragen zu ausschüttenden Fonds
Eine Ausschüttung ist die Auszahlung von Erträgen, die im Fonds erwirtschaftet wurden – etwa Dividenden oder Zinsen. Anlegende erhalten diese Erträge auf ihr Konto oder können sie direkt wieder anlegen. Ausschüttungen sind also der sichtbare Ertragsteil eines Investments, nicht zu verwechseln mit Kursgewinnen.
Das hängt eher von deinem persönlichen Bedarf ab als von technischen oder steuerlichen Vor- oder Nachteilen thesaurierender und ausschüttender Fonds. Diese fallen inzwischen immer weniger ins Gewicht.
- Du möchtest laufende Erträge nutzen? Ausschüttende Fonds zahlen automatisch die Erträge auf dein Konto. Bei thesaurierenden Fonds kannst du aber auch einen Entnahmeplan anlegen, über den dir Beträge auf dein Konto überwiesen werden.
- Du willst Vermögen aufbauen? Thesaurierende Fonds legen Erträge direkt wieder an. Ausschüttende Fonds können das aber auch – per automatischer Wiederanlage, die übrigens meist als Standard in deinem Fondsdepot eingestellt ist.
Steuerlich sind beide heute fast gleich: Bei ausschüttenden Fonds unterliegen die Ausschüttungen direkt der Abgeltungssteuer, auf thesaurierende Fonds wird jährlich eine Vorabpauschale (Mindeststeuer während der Haltezeit) fällig, die bei Verkauf auf die dann fällige Abgeltungssteuer angerechnet wird. So gesehen gibt es also keinen „besseren“ Fonds unter den beiden Möglichkeiten. Entscheidend ist die Frage: „Will ich das Geld ausgeben oder weiterarbeiten lassen?“ Beide Varianten lösen beide Ziele.
Zwar werden Ausschüttungen bei einem positiven Verlauf meist zu festen Terminen vorgenommen, ihre Höhe kann aber schwanken – je nach Marktlage, Unternehmensgewinnen oder Zinsniveau. Einnahmequellen wie Kupons von Anleihen gelten zwar oft als vergleichsweise stetig, sind jedoch keinesfalls garantiert und können beispielsweise durch Zahlungsausfälle oder wirtschaftliche Entwicklungen beeinträchtigt werden. Dividenden und Optionsprämien unterliegen in der Regel stärkeren Schwankungen.
Income-Fonds mit Optionsstrategien erzielen Prämieneinnahmen, indem sie Kaufrechte auf ihre Fondspositionen verkaufen (Covered Call Writing). Einfach gesagt: Sie tauschen mögliche Kursgewinne gegen eine feste Prämie – ein klassisches Stillhaltegeschäft.
Diese Prämien können regelmäßig an die Anlegenden ausgeschüttet werden und so die laufende Rendite erhöhen. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, den Fondskurs zu stabilisieren und Schwankungen im Fondskurs abzufedern. Allerdings begrenzen sie das Performancepotenzial nach oben: Steigen die Märkte stark, wurden mögliche zusätzliche Gewinne bereits im Voraus gegen die vereinnahmte Prämie „verkauft".
Kleinere Ausschüttungen kannst du einfach konsumieren oder für laufende Ausgaben einsetzen. Größere Erträge lassen sich gezielt reinvestieren, um den Zinseszinseffekt zu stärken. Viele Anlegerinnen und Anleger nutzen Ausschüttungen zudem als potenziellen Cashflow, der – je nach Marktentwicklung und Fondsstrategie – etwa für die Rentenphase, als Nebeneinkommen oder zur schrittweisen Entnahme aus dem Vermögen dienen kann.